Update-Material

WAR DAS BUCH DER GEBOTE FERTIG? Auf Seite 15 dieses BucheS zitierten wir David Whitmer, einen der Zeugen des Buches Mormon, als er folgende Aussage über das Buch der Gebote machte: „Viele Bücher waren fertig und unter den Mitgliedern der Kirche verteilt worden…“ Der RHLT-Kirchengeschichtsschreiber Richard P. Howard behauptet aber, dass der letzte Teil des Buches nicht zu Ende gebracht war, als die Druckerpresse vom Pöbel zerstört worden war:

„… die Typensetzung für das Buch der Gebote war bis zu fünf großen Korrekturfahnenblättern fortgeschritten, wobei jedes Blatt zweiunddreißig Seiten (sechzehn auf jeder Seite jedes Blattes gedruckt) enthielt, oder zusammen 160 Seiten, einschließlich der Titelseite… Die Typensetzung für das Buch der Gebote wurde unterbrochen,… durch die Plünderungen des Pöbels gegen die Kirche…

Die Kirchenmitglieder schafften es, eine kleine Anzahl der Kopien der unfertigen Bücher der Gebote zu bergen. Es ist unmöglich, die präzise Anzahl der Kopien der unfertigen Bücher der Gebote, die auf diese Weise verteilt wurden, zu bestimmen, aber es muss mindestens einige Hundert gegeben haben, da in dieser Zeit eine ganze Reihe von Verweisen in den Schriften der Kirchenführer getätigt wurden.“ (Restoration Scriptures, Independence, Missouri, Seite 200)

Auf Seite 266 desselben Buches hat Richard Howard eine Ablichtung des „MS [Manuskripts] zum Buch der Gebote“ veröffentlicht, das zu zeigen scheint, dass der letzte Teil des Buches nicht gedruckt worden war, als der Pöbel auftrat. Auf jeden Fall wurden einige der gedruckten Seiten gerettet und zu Büchern gebunden, und es gibt keinen Grund, David Whitmers Aussage in Frage zu stellen: „Diese Offenbarungen… wurden genauso gedruckt wie sie von Bruder Joseph und anderen zusammengestellt wurden. Und als das Buch der Gebote gedruckt wurde, empfingen es Joseph und die Kirche als korrekt gedruckt.“

MEHR ÜBER DIE UNTERDRÜCKUNG VON WOOD-NEUDRUCKEN. Auf S. 16-17 dieses Buches sprechen wir über die Unterdrückung des fotographischen Neudrucks des Buches der Gebote von Wilford Wood und den ersten Ausgaben von Lehre und Bündnisse und dem Buch Mormon. Diese Bücher wurden ursprünglich von der kircheneigenen Deseret Press unter dem Titel Joseph Smith Begins His Work, Band 1 und 2, gedruckt. Nachdem wir die Aufmerksamkeit auf die Ächtung dieser Bücher geweckt hatten, unternahm der Deseret Bookstore einige Anstrengungen, unseren Anschuldigungen entgegen zu wirken. Uns wurde berichtet, dass diese Bände in einem der Deseret Bookstores verkauft oder ausgestellt wurden. Am 18. September 1976 riefen wir das Hauptgeschäft in Salt Lake City an, um uns über diese Angelegenheit zu erkundigen. Man sagte uns, dass „ihnen nicht erlaubt sei“, diese Bücher zu verkaufen. Als wir die Cottonwood-Zweigstelle anriefen, erklärte uns ein Mann: „In dem Jahr, in dem ich hier bin, habe ich es nie gesehen.“ Eine Frau in der Fashion-Place-Zweigstelle sagte, dass es „ausverkauft wäre“. Die Valley-Fair-Zweigstelle hatte aber die Bücher und verkaufte sie für $2,95 und somit unter dem regulären Preis.

Am 10. Januar 1981 entschieden wir uns, die Sache noch einmal zu überprüfen. Eine Frau in der Kirchenabteilung des Hauptgeschäfts in Salt Lake City sagte, dass sie „sie nie verkauft haben“. Als sie aber wegen dieser Sache unter Druck geriet, deutete sie an, dass eine andere Abteilung, die mit nicht mehr gedruckten Büchern zu tun hätte, weiterhelfen könnte. Der Mann in dieser Abteilung sagte, dass er Bd. 2 hätte. Die Zweigstellen deuteten alle an, dass sie „ausverkauft“ wären, aber einige in ein oder zwei Wochen haben würden. Am 3. Dezember 1981 fragten wir noch einmal nach und fanden heraus, dass das Hauptgeschäft und zwei der anderen drei Zweigstellen in Salt Lake City die Bücher zum Verkauf hatten.

Diese ganze Geschichte in Bezug auf die Wood-Neudrucke zeigt die Unfähigkeit der Mormonenführer, mit den Ausgaben gerade heraus umzugehen. In einem Brief vom 28. Feb. 1977 machte Apostel Mark E. Petersen folgende überraschende Aussage:

„Ich habe zufälligerweise kein Exemplar von ‚Joseph Smith Begins His Work’ von Wilford Wood, weil wir seine Schriften nicht akzeptieren. Er war ein Mann, der gelinde gesagt, ‚weit vom Weg abgekommen’ war und natürlich hatte er große Freude daran, uns in Schwierigkeiten zu bringen, indem er Dinge ausgrub, die sicher unsere Männer gesagt oder geschrieben haben, aber die nicht authentisch oder wertvoll waren.“

Apostel Petersen wurde offenbar daran erinnert, dass Joseph Smith Begins His Work eine exakte fotographische Reproduktion von Joseph Smiths eigener Veröffentlichung ist und dass Apostel Thomas A. Monson, als er für die Deseret Publishing Company arbeitete, eine beeidete Erklärung unterzeichnete, die die Echtheit der Reproduktion zertifizierte (siehe Seite 17 dieses Buches). In einem Brief vom 4. April 1977 fügte Apostel Petersen der Verwirrung noch eine Aussage hinzu:

„Ich habe gerade Ihren Brief vom 28. März bekommen. Sie haben sicherlich eine Gabe, entweder das misszuverstehen, was ich sage, oder es falsch auszulegen oder aus meinen Worten eine falsche Schlussfolgerung zu ziehen.

Als ich Ihnen über Wilford Wood schrieb und sagte, dass ich dieses Buch ‚Joseph Smith Begins His Work’ nicht hätte, kommentierte ich überhaupt nicht über dieses Buch, weil ich es nie gesehen habe? Sie selbst sagen, dass es die Lektion über Glauben enthält, wovon ich nichts weiß, weil, wie ich sagte, das Buch nicht gesehen habe.

Ich bin mit den Lektionen über den Glauben wohl vertraut. Wir haben sie all die Jahre hindurch von der Zeit Joseph Smiths an akzeptiert. Sie waren viele Jahre lang in unserer Lehre und Bündnisse veröffentlicht…

Diese ‚beeidete Erklärung’ von der Sie sprechen, soll nur zertifizieren, dass die Deseret Publishing Company diese Bücher als Originale von Wilford Wood druckte. Da ist nichts Falsches an dieser beeideten Erklärung. Ich könnte Ihnen sagen, dass ich selbst, als Wilford Wood diese Publikation erstellt hatte, der Generalmanager der Deseret News war und die Erlaubnis für unser Vorhaben erteilte, dieses Buch zu veröffentlichen. Die beeidete Erklärung sollte einfach nur sagen, dass wir es für ihn veröffentlichten, so dass niemand dieser zertifizierten Erklärung vertrauen oder misstrauen muss, so fern es Kirchenlehre betrifft.

Meine Bemerkung zu Wilford Wood war einfach, dass er ein unzuverlässiger Mann war… Ich habe viele seiner Schriften durchgesehen, bevor wir sie veröffentlichten und ich habe mit ihm diskutiert und ihn überzeugt, einiges von seinen Dingen zu ändern, in denen er falsch lag, trotzdem war ich nicht immer erfolgreich…

Ich lese noch einmal einen anderen Abschnitt Ihres Briefes auf Seite 2 in Bezug auf Wilford Wood und ‚Joseph Smith Begins His Work’ und ich sage Ihnen noch einmal, dass ich nicht den Inhalt dieses Buches kommentierte, weil ich es nie gesehen habe, und ich versuche nicht über Dinge zu reden, von denen ich nichts weiß.

Sie sagen: ‚Ich denke, dass Sie sehr leicht sehen können, warum ich aufs Größte verwirrt wäre.’ Es gibt keinen Grund, warum Sie verwirrt sein sollten, weil wir die Wahrheit sagen und zur Wahrheit stehen, aber wir stehen nicht zu angeblichen Aussagen, die von unverantwortlichen Leuten gemacht werden, und Wilford Wood war einer dieser Personen.“

Joseph Anderson von der Kirchengeschichtlichen Abteilung, war sicher aufrichtiger über diese Sache. In einem Brief vom 29. Juli 1974 schrieb er:

„Die beiden Bände, die von Wilford Wood herausgebracht wurden, mit dem Titel Joseph Begins His Work, waren eigentlich fotographische Reproduktionen vom 1830er Buch Mormon, dem Buch der Gebote von 1833, der Lehre und Bündnisse und den Lektionen über Glauben von 1835. Darum sind sie akkurate Reproduktionen, weil sie fotographisch reproduziert sind. Die 14 Glaubensartikel wurden von Wilford Wood einer frühen Zeitung entnommen und werden nicht offiziell von der Kirche gebilligt.

…Joseph Smith nahm viele Korrekturen in den Ausgaben des Buches Mormon von 1837 und 1840 vor… im Vergleich mit dem Buch Mormon von 1830 und dem gegenwärtigen werden Sie herausfinden, dass es viele Änderungen gibt, aber sie wurden von Joseph Smith vorgenommen. Dasselbe ist wahr für die Offenbarungen, die im Buch der Gebote von 1833 und Lehre und Bündnisse von 1835 enthalten sind. Joseph Smith, der derjenige war, der diese Offenbarungen bekam und sie aufzeichnete, hätte ebenso das Recht, etwas hinzuzufügen oder davon abzuziehen, oder die Offenbarungen zu ändern, und in einigen Fällen tat er es. Deshalb wird es zwischen diesen frühen Veröffentlichungen und der heutigen Lehre und Bündnisse Abweichungen geben.

WICHTIGE ÄNDERUNG IN EINER ERST NEULICH KANONISIERTEN OFFENBARUNG. Am 3. April 1976 berichtete der Kirchenteil der Deseret News: „Zwei Offenbarungen, die von früheren Präsidenten der Kirche empfangen wurden, wurden am Samstagnachmittag des 3. April durch Abstimmung der Kirchenmitgliederschaft als Heilige Schrift angenommen…

Die neuen Schriften, die in Verse eingeteilt als Teil der Köstlichen Perle arrangiert werden, enthalten den Bericht über die Vision des Propheten Joseph Smith vom Celestialen Reich, empfangen am 21. Jan. 1836…“

Später wurde entschieden, dass diese Offenbarungen der Lehre und Bündnisse hinzugefügt werden sollten. Auf jeden Fall entdeckte Michael Marquardt, ein Student der Kirchengeschichte, nachdem diese beiden Offenbarungen von der Mormonenkirche kanonisiert waren, dass die eine in Bezug auf Joseph Smiths Vision vom Celestialen Reich geändert worden war. Mr. Marquardt fand heraus, dass diese Offenbarung in Joseph Smiths Tagebuch unter dem Datum des 21. Januar 1836 aufgezeichnet war, und sie lautet wie folgt:

„Die Himmel wurden uns aufgetan und ich sah das celestiale Reich Gottes… Ich sah Vater Adam und Abraham und Michael und meinen Vater und meine Mutter, meinen Bruder Alvin…“ (Joseph Smith’s 1835-36 Diary, 21. January 1836, von der Modern Microfilm Co. gedruckt)

Als die Mormonenführer diese Offenbarung druckten, löschten sie die Worte “UND MICHAEL” ohne jeden Hinweis. Sie lautet wie folgt in der neuen Ausgabe von Lehre und Bündnisse:

„Die Himmel wurden uns aufgetan und ich sah das celestiale Reich Gottes… Ich sah Vater Adam und Abraham und meinen Vater und meine Mutter, meinen Bruder Alvin…“

Auf den ersten Blick erscheint die Löschung der Worte „und Michael“ nicht zu bedeutend. Aber in der Mormonentheologie wird durch die Aussage „Ich sah Vater Adam und Abraham und Michael…“ ein ernstes Problem geschaffen. Gemäß anderer Offenbarungen Joseph Smiths ist ADAM MICHAEL. In Lehre und Bündnisse 107:54 lesen wir: „Und der Herr erschien ihnen, und sie standen auf und segneten Adam und nannten ihn Michael, den Fürsten, den Erzengel.“ In 27:11 lesen wir: „ferner mit Michael oder Adam, dem Vater aller, dem Fürsten über alle, dem Alten der Tage.“ Somit ist es klar, wenn Adam Michael ist, hätte Joseph Smith nicht „Adam und Abraham und Michael“ sehen können. Die Mormonenführer mussten sich bewusst gewesen sein, dass dies ein Problem in der Mormonentheologie schaffen würde, und deshalb löschten sie die Worte „und Michael“ aus der Offenbarung.

Diese Änderung wurde offenbar irgendwann, während die Kirche unter der Leitung Brigham Youngs stand, vorgenommen. Die Tatsache, dass die Änderung nach Joseph Smiths Tod vorgenommen wurde lässt sich an Hand von Herrn Marquardts Nachforschung beweisen. Er fand heraus, dass die Offenbarung in das handgeschriebene Manuskript der History of the Church (Buch B-1. S. 695) kopiert wurde, wobei die Worte „und Michael“ immer noch enthalten waren. Herr Marquardt fand auch heraus, dass sich die Worte ebenfalls in der Zweitkopie des “ Manuscript History," (Buch B-2, S. 618) befanden. Dies ist bedeutend, da die Mormonenführer mit der Zweitkopie nicht vor fast einem Jahr nach dem Tod Joseph Smiths begannen. (siehe Brigham Young University Studies, Sommer 1971, S. 469) Dies würde bedeuten, dass die Änderung NACH Smiths Tod vorgenommen worden sein musste. Als die Offenbarung in der Deseret News, 4. September 1852, veröffentlicht wurde, waren die Worte „und Michael“ gelöscht worden. Somit hat es den Anschein, dass die Änderung irgendwann zwischen 1845 und 1852 geschah und dass die gegenwärtigen Mormonenführer eine gefälschte Offenbarung in die Schriften aufnahmen.

In Bezug auf die Vision vom Celestialen Reich ist auch interessant, dass die Mormonenführer nur den ersten Teil der Vision kanonisierten. Über 200 Wörter, die in Joseph Smiths Tagebuch erscheinen, sind nicht mit hinein genommen worden. (The History of the Church 2:380-81 gibt ebenfalls von dieser Tatsache Zeugnis.) Unter den Worten, die in der kanonisierten Version fehlen, finden wir folgendes:

„… Ich sah auch den Ältesten McLellin im Süden auf einem Hügel stehen, der von einer großen Menge umgeben war, und er predigte zu ihnen und ein Lahmer stand gestützt von seinen Krücken vor ihm, er warf sie auf seine Worte hin von sich und hüpfte wie ein Herz durch die mächtige Macht Gottes…“

Es hätte sich für die Mormonenführer wahrscheinlich als beschämend erwiesen, wenn sie diese Prophezeiung über McLellin kanonisiert hätten, weil die History of the Church uns informiert: „Aus der Kirche in Far West ausgeschlossen“. Danach hatte er aktiv Anteil an der Verfolgung der Heiligen in Missouri und einmal drückte er den Wunsch aus, der Person Joseph Smiths Gewalt anzutun,… Später versuchte er das, was er die Reorganisation der Kirche nannte,…“ (Bd. 3, S. 31-32)

In derselben Offenbarung behauptete Joseph Smith, dass er „die 12 Apostel des Lammes, die jetzt auf der Erde wären, die die Schlüssel dieses letzten Dienstes in fremden Ländern halten, in einem Kreis zusammenstehen sah… und schließlich sah ich die 12 im celestialen Reich Gottes…“

In der Bibel sagte Jesus vorher, dass der Apostel Judas fallen würde; Joseph Smith schien vergessen zu haben, was bald mit seinen Aposteln geschehen würde. Mindestens die Hälfte der Apostel wurden schließlich exkommuniziert und vier von ihnen starben offensichtlich außerhalb der Kirche (siehe Essentials in Church History, 1942, S. 663-665). Da die Apostel William E. McLellin und William Smith (Joseph Smiths Bruder) sehr intensiv versuchten, die Mormonenkirche zu vernichten, fragen wir uns, wie Smith hatte „die 12 im celestialen Reich Gottes“ sehen können. Auf jeden Fall scheinen die heutigen Führer der Mormonenkirche nicht das Gefühl zu haben, dass es weise wäre, diesen Teil der Offenbarung in die Heilige Schrift aufzunehmen.

DAS KIRTLAND-OFFENBARUNGSBUCH. 1979 druckten wir fotographisch ein Manuskript, das von den Mormonenführern anderthalb Jahrhunderte unterdrückt worden war. Dies ist Joseph Smith’s Kirtland Revelation Book, ein handgeschriebenes Manuskript, das Kopien von frühen Offenbarungen enthält. Obwohl das Kirtland Revelation Book uns keine Originalkopien von den Offenbarungen liefert, die zuerst im Buch der Gebote gedruckt wurden, liefert es uns den Beweis über Fälschungen in einigen späteren Offenbarungen. Zum Beispiel ist eine Offenbarung, gegeben am 15. März 1835, geändert worden, um die Tatsache zu verhüllen, dass Jesse Gause, ein Mann, der später den Glauben verleugnete, zu einem der höchsten Ämter der Mormonenkirche berufen worden war, nämlich ein „Ratgeber für meinen Diener Joseph“. Michael Marquardt machte uns auf diese Änderung vor mehreren Jahren aufmerksam. Er hatte gerade eine andere handgeschriebene Kopie dieser Offenbarung studiert und bemerkt, dass Jesse Gauses Name ausgestrichen und stattdessen Frederick G. Williams eingefügt worden war. Der Name Frederick G. Williams erscheint in Lehre und Bündnisse 81:1 und die Überschrift zu dieser Offenbarung erklärt: „Frederick G. Williams zum Hohenpriester und zum Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche berufen.“ Der 1981er-Druck der Lehre und Bündnisse, die in der neuen „Dreifachkombination“ erscheint, hat eine längere Überschrift zu dieser Offenbarung. Sie gibt zu, dass „Die historischen Berichte zeigen, dass diese Offenbarung, als sie im März 1832 empfangen wurde, Jesse Gause zum Amt des Ratgebers in der Ersten Präsidentschaft berief. Als er aber auf eine Weise versagte, die mit dieser Berufung nicht vereinbar war, wurde die Berufung später auf Frederick G. William übertragen.“ Obwohl wir das Gefühl haben, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung war, ist der Wortlaut so ausweichend, dass man nicht erkennen kann, dass die Offenbarung eigentlich geändert worden ist.

Das Kirtland Revelation Book untermauert ohne Zweifel, dass die Offenbarung für Jesse Gause gegeben wurde und der Name Frederick G. Williams eine Fälschung ist. Das Seitenverzeichnis am Anfang des Buches erklärt deutlich, dass der Leser auf Seite 17 eine „Offenbarung an Jesse Gause“ finden würde, aber wenn wir uns der Offenbarung selbst zuwenden, finden wir seinen Namen ausgestrichen und den Namen Frederick G. Williams zwischen die Zeilen eingefügt. Mehr noch, auf den Seiten 10 und 11 desselben Buches unter dem Datum 8. März 1832 finden wir folgende Erklärung von Joseph Smith:

„Wähle den heutigen Tag und ordiniere Bruder Jesse Gause und Bruder Sidney als meine Ratgeber im Amt der Präsidentschaft des Hohenpriestertums…“

Der Mormonengelehrte D. Michael Quinn hat zugegeben, dass man sich an dieser Offenbarung zu schaffen gemacht hat:

„Aus irgendeinem Grund wurden die einleitenden Worte ‚mein Diener Jesse’ in diesem Dokument geändert, so dass sie ‚mein Diener Frederick G. Williams’ lauteten, und die letztere Version erscheint in den veröffentlichten Ausgaben dieser Offenbarung. Es besteht keine Frage, dass die Offenbarung an Gause gerichtet war, weil der Seitenindex zu dem Buch sagt: ‚Offenbarung an Jesse Gause 15. März 1832’. Da Williams später Gause in der Präsidentschaft ersetzte, fühlte sich offenbar jemand gerechtfertigt, die Namen auszutauschen. Diese unglückliche Änderung hat nicht nur den Zusammenhang des Originaldokuments vergewaltigt, sondern sie hat ferner die Existenz von Gause als einer der Generalautoritäten der Kirche verschleiert und hat irrigerweise erscheinen lassen, dass Williams 1832 ein Ratgeber war [siehe Lehre und Bündnisse, Abschn. 81].“ (Journal of Mormon History, Bd. 1, 1974, Seite 24, Fußnote 15)

Im Vorwort zu Joseph Smith’s Kirtland Revelation Book zeigen wir weitere Beispiele, wo dieses Manuskript Fälschungen in den Offenbarungen beweist. Gegenwärtig stellt H. Michael Marquardt frühe Texte von Joseph Smiths Offenbarungen aus handschriftlichen und gedruckten Quellen zusammen. Dieses Werk wird auf die Frage der Änderungen in Joseph Smiths Offenbarungen mehr Licht werfen.


ein Bild

 

 

Ablichtung zweier handgeschriebener Kopien der Offenbarung an Jesse Gause. Beachten Sie, dass der Name in beiden Kopien in Frederick G. Williams geändert worden ist (siehe Pfeile). Die Ablichtung oben ist Joseph Smith’s Kirtland Revelation Book in der Kirchengeschichtlichen Abteilung entnommen worden. Die zweite Kopie gehört der RHLT-Kirche und erscheint in H. Michael Marquardt’s Artikel „The Strange Beginnings of the Mormon High Priesthood Presidency“ (The Journal of Pastoral Practice, Bd. IV, Nr. 2, S. 91).


 

Kapitelübersicht
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Eine Übersetzung aus "Mormonism - Shadow or Reality?" von Sandra und Jerald Tanner.
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